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So sind wir
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Dieser Rap entstand 2014 im Rahmen eines Workshops mit dem Rapper SPAX und Schülern der Sekundarstufe I.
Rap gegen Gewalt
Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule 2012-2014
Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule 2012-2014

Jeder Genosse ist auch Chef

Silke Lesemann kassiert, macht Kaffee, räumt Geschirr in die Spülmaschine und fegt nach der Schicht noch einmal durch. (Kühn/HAZ)
Silke Lesemann kassiert, macht Kaffee, räumt Geschirr in die Spülmaschine und fegt nach der Schicht noch einmal durch. (Kühn/HAZ)

Schülercafé der KGS zieht nach einem Jahr „Basisdemokratie“ positive Jahresbilanz

Diese Schülerfirma hat offenbar ordentlich gewirtschaftet: Auch nach zehn Jahren ihres Bestehens – davon ein Jahr als Genossenschaft – zieht das Schülercafé der KGS Sehnde einen positiven Jahresabschluss. Gefeiert wird das aus Zeitmangel aber erst nach den Sommerferien.

 

Was viele Sehnder gar nicht wissen: Das Schülercafé ist ein öffentliches Café. „Viele trauen sich nicht rein“, beobachtet Betreuerin Ramona Stahl. Doch Mitarbeiter des Bauhofes etwa kämen oft und bestellten gern ein Grillbrot – wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Die Teigtasche mit Hähnchen, Gurke und Tomate kostet nur 1,50 Euro.

 

Das Café wird jeweils von einer neunten und einer zehnten Klasse als Schülerfirma geführt. Malte Huch hilft schon seit zwei Jahren aus, eine Schicht dauert ungefähr eine Doppelstunde. „In den Pausen ist es oft ganz schön stressig“, sagt der 16-Jährige, während er ein Pizzabrötchen fertigmacht – denn die gehen immer weg wie warme Semmeln. Rund 130 Euro Umsatz macht das Café im Schnitt am Tag.

 

Voll des Lobes ist Lehrer Tobias Fröhlich: „Die Schüler entwickeln immer mehr Eigenverantwortung und Ideen.“ Das Café sei ein gutes Instrument für die Persönlichkeitsbildung. Denn die Schüler sollen alles weitgehend selbst organisieren: Buchhaltung und Kasse führen, Lebensmittel einkaufen, Personal einsetzen. „Die Erstellung der Dienstpläne ist inzwischen ein Leuchtturm beim selbstständigen Arbeiten, das klappt sehr gut.“ Auch der Umgang mit den Kunden müsse gelernt werden.

 

Um die Schüler noch unmittelbarer an diese Aufgaben heranzuführen, habe man vor einem Jahr eine Genossenschaft gegründet. Diese sei quasi „urdemokratisch“, sagt Fröhlich. Für 5 Euro könne jeder einen Anteil erwerben und habe damit als Mitglied das gleiche Stimmrecht in der jährlichen Generalversammlung wie jeder andere, könne mitreden und mitentscheiden. Damit fördere das genossenschaftlich geführte Schülercafé den Demokratiegedanken, Teamfähigkeit, Verlässlichkeit und Verantwortung.

 

Das soll auch untereinander geschehen. Der zehnte Jahrgang scheidet aus, dafür rückt ein neunter Jahrgang nach. „Die heutigen Neuntklässler sind dann die alten Hasen und lernen die Jüngeren an“, beschreibt Fröhlich den Kreislauf. (Kühn/HAZ)